Der Tippelsberg - Eine schöne Geschichte ...
 
Sagenumwoben
Laut "Bochumer Sagen" enstand der Tippelsberg dadurch, dass der Riese Tippulus während einer langen Reise hier Rast machte und sich Lehmklumpen aus dem Schuh schüttelte, welche dann den heutigen Berg bildeten.
Eine andere Sage erzählt von zwei Riesen, die um die Befreiung einer Bauersfrau kämpften, die von den Witte Wiwern (Weiße Weiber) in deren nahgelegene Kuhle entführt wurde. Die Riesen unterlagen; der Stimberg-Riese flüchtete, der andere, Tippulus, fiel genau an der Stelle des heutigen Berges.
Alternativ hierzu existiert auch die Sage, dass sich diese beiden Riesen gegenseitig mit Felsen bewarfen; und zwar jeweils von Ihren Standorten Erkenschwick und Riemke aus. Die niederprasselnden Brocken bildeten hier den heutigen Tippelsberg und in Erkenschwick die Haard.
In weiteren Geschichten wird vom Tippelsberg zum Beispiel als heidnische Kultstätte in vorchristlicher Zeit berichtet. Somit stellt dieser Berg, aus mystischer Sicht, also durchaus etwas Besonderes dar.
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Geologisch gesehen
Rein geologisch gesehen ist der Tippelsberg eine für diese Region erstaunlich hohe Erhebung in der Landschaft, die einen letzten Ausläufer des Ardeygebirges als Landmarke im Bereich der Bochumer Stadtteile Grumme, Riemke und Bergen bildet. Vom Gipfel aus kann man, bei entsprechend klarer Sicht, bis zu 80 km weit in das Ruhrgebiet sehen. Geo-Daten: Breite: 51°30'24.79"N - Länge: 7°13'40.58"O - Gipfelhöhe: 150 m über NN - Fläche: 18,5 ha - Anfahrt: Routenplaner oder Navigationssystem: "Tippelsberger Straße 116, Bochum" eingeben (Zum Haupteingang 500 m weiter fahren)
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Freizeitgelände
Seit jeher diente der Tippelsberg der Bevölkerung des Stadtteils zum spazieren, klettern, Drachen steigen lassen, Mountainbiking, Schlittenfahren und an Sylvester als "Basis" für Raketenstarts und stellte somit ein attraktives (wildes) Freizeitgelände dar.
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Gewerbliche Nutzung
Seit 1983 wurden Teile des Areals als Bau- und Bodenschuttdeponie genutzt; ohne den eigentlichen Berg aber zu sperren. Im Jahre 1998 dann wurde der Berg sowie das gesamte Gelände zur weiteren Abkippung umzäunt und war der Öffentlichkeit somit nicht mehr zugänglich.
Diese Aktivitäten zogen in den folgenden Jahren mehrfach den Unbill der Bevölkerung respektive der Anwohner auf sich. Nicht genug, dass den Bürgern ein Freizeitgebiet genommen wurde; auch der permanente Schwerlastverkehr zu dieser Deponie, illegale gewerbliche Sondermüll-Entsorgungen und - nach Meinung einiger Anwohner - der durch die Aufschüttung des Berges bedingte stärkere Wasserabfluß bei Regen ins "Tal" (sowie in die Hauskeller), erregten zwischenzeitlich heftigst die Gemüter.
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Der Neubeginn
Im Sommer 2003 stellte der Umweltservice Bochum (USB), als Betreiber der Deponie, der Riemker Bevölkerung die Pläne zur Zukunft des Berges, nach den für die Ende 2003 geplanten letzten Abkippungen, vor - Bis dahin kippten hier über 200.000 LKW's ca. 2,7 Mio. Tonnen Bau- und Bodenschutt ab.
Ein Planungsbüro für Landschaftsbau erstellte Vorschläge zur Renaturierung des Geländes, wonach der Tippelsberg in den folgenden Jahren zu einem attraktiven Freizeitgelände umgestaltet werden sollte, welches mit Spazierwegen, Aussichtspunkten, Bänken und Radwegen der Bevölkerung als Naherholungsgebiet zur Verfügung steht.
Unter Einbindung von Anwohnern und anderen interessierten Riemkerinnen und Riemkern, wurden diese Vorschläge dann in Arbeitsgruppen ausgearbeitet und das Ergebnis ab Sommer 2004 von einem Landschaftsbauer umgesetzt.
Am 12. Juni 2007 war es dann endlich soweit; in einem feierlichen Akt gab der USB den Bürgerinnen und Bürgern des Stadtteils das eindrucksvoll gestaltete Gelände "zurück". Die Kosten der Umgestaltung in Höhe von 170 Tsd. Euro wurden vom USB getragen, der zusätzlich in einer 10-Jährigen Nachsorgephase den Bewuchs und das Grundwasser überwachen wird.
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Schöner als je zuvor
Neben einer naturnahen Neubegrünung des Areals und der Schaffung teils plattierter Wege mit mehreren km Länge, entstanden vier wesentliche Elemente der Gestaltung:
  • „Gipfelplatz“, bestehend aus 400 qm Natursteinpflaster, 300 qm Schotterrasenfläche, den 8 Metallstelen, auf denen die Beschreibung des Sichtbaren in der Ferne zu sehen ist, den 8 Bäumen, Bänken und Körben und nicht zu vergessen den Gabionen mit Holzauflage - dem liegenden Gipfelkreuz
  • „Weg der Kinder“ - Hier können Kinder mit allen Sinnen Umwelt erfahren. Es gibt einen Steine-Rasenweg und einen Kies-Steineweg. In einem nächsten Abschnitt können Kinder und Jugendliche - aber auch Erwachsene - über Steine im Weg und Balancierbalken klettern. Der Tunnelweg und das Telefon laden zu abenteuerlichen Spielen ein. Am Riesenweg wird der Riese Tippulus seine Fußstapfen hinterlassen und am Serpentinenweg kann man seine Fitness testen
  • Aussichtsplatz für die Rast mit 200 qm befestigter Rasenschotterfläche sowie Hecken, Bänken, Körben und Natursteinen mit Blick auf Riemke
  • Eingangsbereich Hiltroper Str. mit Hecken, Natursteinen, Parkplätzen und einem Teil des Weges der Kinder

Zudem hat USB die Entwässerung der ehemaligen Deponie von den Stembergteichen „abgekoppelt“, so dass dort keine Einleitung des Deponiewassers mehr stattfindet. Stattdessen wird das Wasser in einem Ringgrabensystem gesammelt und den Rückhaltebecken zugeführt, wo es dann verdunsten kann.

Der ursprünglich für die Sperrung gedachte Zaun um das Gelände bleibt bis auf die Eingangsbereiche erhalten, um zum Beispiel privaten Müllentsorgern das Eindringen in das Gelände zu erschweren.
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Tippelsberg - Neues Areal
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Legende:    
1 - Gipfelplatz   3 - Sitzplatz
2 - Weg der Kinder:   4 - Eingang "Zillertal"
  • 2a - Serpentinenweg
  • 2b - Kieselweg
  • 2c - Riesenweg
  • 2d - Spielelement
  5 - Eingang "Hiltroper Str."
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Alles in allem wurde hier ein äußerst attraktives Naherholungsgebiet geschaffen, welches weit über Riemke hinaus Interesse wecken dürfte. Es liegt nun auch an uns Bürgerinnen und Bürgern, mit dafür zu sorgen, dass dieses für den Stadtteil bedeutsame Areal auch zukünftig seine Funktion als naturnahes Freizeitgelände behält und vor allen Dingen frei von Vandalismus und Vermüllung bleibt.
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Anfahrt: Von der "Herner Str." (B51) kurz vor/nach dem Riemker Marktplatz auf die "Tippelsberger Str." fahren und dem Straßenverlauf ca. 1 km folgen.
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Parken: Parkplätze befinden sich in geringer Anzahl am Eingang "Hiltroper Str." Weitere Parkplätze in ausreichender Anzahl befinden sich in Richtung "Bochum-Hiltrop" nach etwa 500 m
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Tippelsberg Impression
Eingangsbereich "Zillertal" (4)
Tippelsberg Impression
Treppenaufgang aus Richtung Zillertal
Tippelsberg Impression
Gipfelweg aus Richtung Zillertal
Tippelsberg Impression
Weg der Kinder (2b)
Tippelsberg Impression
Rastplatz auf halber Höhe (3)
Tippelsberg Impression
Blick auf Riemke
Tippelsberg Impression
Gipfelplatz mit liegendem Kreuz (1)
Nebeneingang "Ost"
Tippelsberg Impression
"Revier"-Aussichtsstele
Tippelsberg Impression
Weg der Kinder (2a)
Tippelsberg
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Fotos: A. Panagiaris